Stadtforschungsrucksack & Kartografie der Dinge

Ein Werkzeug für ko-kreative Raumforschung und Teilhabe

Der Stadtforschungsrucksack ist das Ergebnis von sieben Jahren künstlerisch-forschender Praxis. Gemeinsam mit den Gestalterinnen Carina und Marisa Müller vom Studio MLLR und weiteren Expert:innen habe ich ihn entwickelt. Er ist mehr als ein Werkzeugkoffer. Er ist ein physischer Rahmen, der den Wechsel in eine andere Haltung ermöglicht: vom Beobachten zum Aneignen und Mitgestalten für Bürger:innen als Expert:innen ihrer Stadt.

Die Methode der „Kartografie der Dinge" und den Stadtforschungsrucksack habe ich aus meiner eigenen Arbeit und langjähriger Erfahrung entwickelt und im Rahmen des Dritte*Orte Archivs zur kreativen Kartierung von Begegnungsräumen für alle geöffnet. Sie basiert auf der Annahme, dass Räume nicht neutral sind, sondern durch soziale Beziehungen, Alltagspraktiken und materielle Spuren geformt werden. Statt offizieller Daten sammeln wir emotionale und atmosphärische Spuren. Ein Geräusch oder ein Objekt wird zum Träger von Erfahrung. So wird Wissen geteilt, Menschen kommen ins Gespräch und Archivarbeit wird hier noch einmal ganz neu gedacht: kollektiv, spielerisch und technisch innovativ. Der Rucksack bietet den Rahmen, um diese neue Form der Teilhabe zu ermöglichen, mit neuen Medien, viel Dialog und partizipativer künstlerischer Praxis.

Der Erfolg der Methode liegt nicht im technischen Inhalt des Rucksacks, sondern darin, wie sie angewendet wird. Die „Kartografie der Dinge" funktioniert, weil sie Menschen dort abholt, wo sie sind, und ihnen erlaubt, auf eigene Weise Orte zu erforschen. Es braucht Begleitung, Einfühlung und Erfahrung. Die Methode bildet einen klaren Rahmen, innerhalb dem sich Menschen kreativ einbringen können, auch mit begrenzten zeitlichen Ressourcen und unabhängig von einer eigenen künstlerischen Praxis. Die Tiefe und Spezifität der Methode sind das Ergebnis dieser langjährigen, intensiven Praxisarbeit.

Stadtforschungsrucksack unterwegs mit ...

Nach der intensiven Entwicklungsphase sind wir jetzt offen für Forschungsprojekte und andere Kontexte. Sowohl die Methode als auch der Rucksack sind adaptierbar an eure Fragen, den Kontext vor Ort und die Zielgruppe. Ich bringe die notwendige Praxiserfahrung und methodische Expertise ein, um die Kartografie der Dinge gemeinsam mit euch in eurem spezifischen Kontext zu übersetzen und den Rucksack entsprechend zu entwickeln. Gerade erarbeiten wir Modelle, die sich an unterschiedliche Ressourcen anpassen lassen.

Ein zentrales Anliegen ist es, genau die Menschen zu erreichen, die in offiziellen Diskursen über Stadt und Raum oft nicht vorkommen. Durch die Kartografie der Dinge stärken wir die demokratische Teilhabe, indem sie Menschen einlädt, ins Gespräch zu kommen und befähigt, ihre eigene Perspektive einzubringen und ihre Umgebung aktiv wahrzunehmen. Es entsteht ein Gefühl von Selbstwirksamkeit.

Neben der Integration in Projekte und Anträge sind auch konkrete Satelliten oder eigenständige Aktionen mit dem Dritte*Orte Archiv möglich. Das reicht von der temporären Intervention im öffentlichen Raum bis zur langfristigen Begleitung eines Stadtviertels. Mehr dazu gerne im persönlichen Gespräch.

Meldet euch gerne, wenn ihr Lust habt, gemeinsam zu überlegen, wie sich Methode und Rucksack in eurem Kontext entfalten können und welches der aktuellen Modelle in Entwicklung passt.

Nachricht an: hello@miriamworek.de